Kurz gesagt
Ein guter Impfplan verbindet den empfohlenen Grundschutz mit den Lebensumständen Ihres Hundes. Welpen, erwachsene Hunde mit unbekannter Vorgeschichte und reisende Hunde brauchen unterschiedliche Planung. Impfausweis, verwendetes Präparat und tierärztliche Untersuchung gehören zusammen.
Was bedeuten Core- und Non-Core-Impfungen?
Die deutsche Impfkommission StIKo Vet empfiehlt einen Grundschutz gegen Staupe, Parvovirose und Leptospirose. Solche in der Regel empfohlenen Impfungen heißen Core-Impfungen. Weitere Impfungen kommen je nach Ansteckungsrisiko hinzu. Eine medizinische Empfehlung ist nicht dasselbe wie eine gesetzliche Impfpflicht. [1]
Staupe bleibt trotz seltenerer Erkrankungen eine relevante Infektion. Das Virus kommt auch bei Wildtieren vor, und infizierte importierte Hunde können eine Rolle spielen. Das Institut für Virologie der Universität Gießen betont deshalb den weiterbestehenden Nutzen eines guten Impfschutzes. [5]
Warum brauchen Welpen mehrere Termine?
Mütterliche Antikörper können anfangs die Wirkung bestimmter Impfungen beeinträchtigen. Mehrere Termine helfen, die Phase unzureichenden Schutzes zu verkürzen. Bringen Sie deshalb alle bisherigen Impfunterlagen zum ersten Termin mit. Die Praxis plant die noch nötigen Impfungen nach Alter, Vorgeschichte und verwendetem Impfstoff. [1] [2]
Als Orientierung nennt die LMU für Staupe und Parvovirose meist den Beginn ab der achten Woche. Weitere Impfungen folgen im Abstand von drei bis vier Wochen bis zur 16. Woche, danach nach einem Jahr. Für Leptospirose nennt die Empfehlung zwei Impfungen ab der zwölften Woche im Abstand von drei bis vier Wochen. Bei hohem Infektionsrisiko kann ein früherer Beginn nötig sein. Die Praxis stimmt die Termine auf den verwendeten Impfstoff und die bisherigen Impfungen ab. [1] [2]
Bei erwachsenen Hunden mit unbekannten bisherigen Impfungen plant die Praxis den Aufbau des Schutzes individuell. Die LMU-Empfehlung unterscheidet etwa Lebendimpfstoffe gegen Staupe und Parvovirose von der Leptospiroseimpfung. Ein einheitliches Schema für alle Impfstoffe würde diese Unterschiede übergehen. [2]
Muss jede Impfung jährlich wiederholt werden?
Nein. Die Intervalle sind unterschiedlich. Für Leptospirose sieht die LMU-Empfehlung jährliche Wiederholungen vor. Bei Staupe und Parvovirose können Antikörpermessungen in die Entscheidung einbezogen werden. Ein Titer ersetzt aber nicht pauschal jede Impfung und auch keinen rechtlich vorgeschriebenen Nachweis für Reisen. [2] [3]
Halten Sie den nächsten Termin je Impfkomponente fest. Beim jährlichen Gesundheitstermin wird geprüft, welche Impfungen wiederholt werden müssen. Fragen Sie nach der individuellen Begründung. [2]
Was ist vor Reisen und Hundepension wichtig?
Bei Reisen innerhalb der EU sind unter anderem Kennzeichnung, Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung zu beachten. Nach einer Erstimpfung gilt in der Regel eine Wartezeit von mindestens 21 Tagen. Bei einer verspäteten Auffrischung kann diese erneut nötig werden. Prüfen Sie die offiziellen Regeln des Ziel- und Rückreiselandes rechtzeitig. [3]
Viele Hundekontakte, etwa in einer Pension oder Hundeschule, können die Bewertung zusätzlicher Atemwegsimpfungen beeinflussen. Sprechen Sie geplante Aufenthalte frühzeitig an. Auch eine medizinisch sinnvolle Empfehlung und die Aufnahmebedingungen eines Betreuungsbetriebs sind getrennte Fragen, die Sie vorab klären sollten. [2]
Was sollten Sie nach einer Impfung beachten?
Vorübergehende Mattigkeit oder eine lokale Reaktion können auftreten. Stärkere oder ungewöhnliche Veränderungen sollten Sie der Praxis melden. Atemprobleme, deutliche Gesichtsschwellung oder Kollaps erfordern sofortige Hilfe. Frühere Reaktionen gehören vor jeder weiteren Impfung in das Gespräch, damit Nutzen und Risiken individuell abgewogen werden. [6]
Notieren Sie Datum, Produkt und Reaktion für eine mögliche Verdachtsmeldung. Ein zeitlicher Zusammenhang beweist noch keine Ursache. [4]
Fragen Sie außerdem, wie Ihr Hund nach dem Termin betreut werden soll und wen Sie außerhalb der Sprechzeiten erreichen. Bewahren Sie Impfausweis und Vorsorgeplan zusammen auf.
Häufige Fragen
Welche Impfungen gehören beim Hund zum Grundschutz?
Die StIKo Vet-Leitlinie 2025 nennt Staupe, Parvovirose und Leptospirose als Core-Impfungen. Weitere Impfungen werden nach dem individuellen Risiko beurteilt. [1]
Kann ein Titer jede Auffrischungsimpfung ersetzen?
Soll ich eine frühere Impfreaktion beim nächsten Termin ansprechen?
Ja. Beschreiben Sie die frühere Reaktion und ihren Zeitpunkt. Das unterstützt die individuelle Planung und gegebenenfalls eine Verdachtsmeldung. [4]
Wann sollte ich mit meinem neuen Welpen zum Tierarzt?
Vereinbaren Sie den ersten Termin am besten schon vor der Übernahme, spätestens in den ersten Tagen danach. Die Praxis untersucht Ihren Welpen und plant die weiteren Impfungen anhand seines Alters und der bisherigen Impfungen. Die Termine richten sich nach seinem individuellen Bedarf. [7]
Diese Inhalte bieten allgemeine Informationen. Sie ersetzen weder tierärztlichen Rat noch eine Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Wir sind eine Versicherungsagentur, keine Tierarztpraxis. Bei Beschwerden fragen Sie bitte Ihre Tierarztpraxis, bei Warnzeichen sofort den Notdienst.
Quellen
- Leitlinie zur Impfung von Kleintieren – 6. Auflage
Arbeitskreis kleine Haustiere der StIKo Vet, 2025 - Empfehlungen zu Impfintervallen für Hunde
Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München - EU-Vorschriften für Reisen mit Haustieren und anderen Tieren in der EU
Europäische Union – Your Europe - 2024 Guidelines for the Vaccination of Dogs and Cats
World Small Animal Veterinary Association - Hundestaupevirus
Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Virologie - Care for Your Pet After Vaccination
Barnes, Llera, Gollakner und Ward / VCA Animal Hospitals - Wann sollte ich mit meinem neuen Welpen zum Tierarzt?
Cornell University College of Veterinary Medicine
Stand: Oktober 2026. Mit diesen Stellen arbeiten wir nicht zusammen, wir nutzen nur ihre veröffentlichten Informationen.
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