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Augenentzündung und Uveitis beim Pferd

Ein gerötetes, tränendes oder zugekniffenes Auge Ihres Pferdes sollte rasch tierärztlich untersucht werden.

Tiergesundheit · Pferd

Kurz gesagt

Ein gerötetes, tränendes oder zugekniffenes Auge braucht rasche tierärztliche Abklärung. Dahinter können unterschiedliche Erkrankungen stecken. Eine Uveitis betrifft das Augeninnere; wiederkehrende oder anhaltende Entzündungen können das Sehvermögen dauerhaft schädigen.

  • Ein äußerlich ähnliches Augenproblem kann unterschiedliche Behandlungen erfordern. [1]
  • ERU bedeutet equine rezidivierende Uveitis, auch Mondblindheit genannt. [2]
  • Einige Entzündungsverläufe verursachen wenig sichtbare Schmerzen und bleiben leicht unbemerkt. [3]

Welche Veränderungen sind wichtig?

Tränenfluss, Rötung, häufiges Zukneifen oder eine Trübung gehören zu den möglichen Warnzeichen. Ein Auge oder beide Augen können betroffen sein. Melden Sie neue Auffälligkeiten rasch Ihrer Praxis. Selbst wenn das Pferd zwischendurch wieder entspannter wirkt, kann eine behandlungsbedürftige Veränderung bestehen. [2]

Beschreiben Sie bei Ihrem Anruf das betroffene Auge, den Beginn, eine mögliche Verletzung und frühere Augenerkrankungen. Halten Sie vorhandene Befunde und den Namen bereits verordneter Präparate bereit. Ein Foto kann die Kommunikation unterstützen, ersetzt aber die Untersuchung nicht.

Was ist eine Uveitis?

Uveitis ist eine Entzündung bestimmter Strukturen im Augeninneren. Sie kann einmalig, etwa nach einer Verletzung, auftreten oder einen wiederkehrenden beziehungsweise anhaltenden Verlauf nehmen. Bei der equinen rezidivierenden Uveitis können wiederholte Entzündungen bleibende Schäden verursachen. Der volkstümliche Name Mondblindheit beschreibt diese Erkrankung nur ungenau. [3]

Zu den möglichen Folgen gehören Veränderungen der Linse, erhöhter Augeninnendruck und Verlust des Sehvermögens. Es gibt außerdem schleichende Verläufe mit geringer äußerer Schmerzreaktion. Regelmäßige Kontrollen können deshalb auch in scheinbar ruhigen Phasen wichtig sein. [3]

Wie wird die Ursache eingegrenzt?

Die Praxis untersucht die vorderen und hinteren Augenabschnitte und berücksichtigt frühere Entzündungen. Ein Farbstofftest kann Schäden an der Hornhaut sichtbar machen. Das hilft bei der Unterscheidung verschiedener Augenkrankheiten. Aus einem geröteten Auge oder einem Foto allein lässt sich die passende Behandlung nicht sicher ableiten. [2]

Fragen Sie, welche Strukturen betroffen sind, ob Hinweise auf frühere Schübe vorliegen und wie das Sehvermögen beurteilt wird. Bei unklaren oder komplizierten Befunden kann eine auf Augenheilkunde spezialisierte Praxis oder Pferdeklinik eingebunden werden.

Was soll die Behandlung erreichen?

Ziele der Uveitisbehandlung sind Schmerzlinderung, Kontrolle der Entzündung und möglichst der Erhalt des Sehvermögens. Der konkrete Plan hängt vom Befund ab. Bei einem neuen Problem verwenden Sie vorhandene Augensalben erst nach Rücksprache: Ein für eine frühere Erkrankung passendes Mittel kann in einer anderen Situation schaden. [1] [3]

Bei manchen Pferden kommt eine Vitrektomie infrage. Bei dieser Operation wird der Glaskörper im Augeninneren entfernt und durch Flüssigkeit ersetzt. Das soll entzündungsförderndes Material beseitigen. Ob der Eingriff sinnvoll ist, hängt unter anderem von den Augenbefunden und Hinweisen auf bestimmte Bakterien, die Leptospiren, ab. Die Entscheidung trifft eine darauf spezialisierte Praxis oder Klinik. [4]

Wie lässt sich die Versorgung organisieren?

Lassen Sie sich die Handhabung der verordneten Augenmedikamente zeigen und vereinbaren Sie, bei welchen Veränderungen Sie sofort wieder anrufen sollen. Klären Sie, wer im Stall die Versorgung zu den vorgesehenen Zeiten übernehmen kann. Dokumentieren Sie die tatsächlich erfolgten Gaben für eine verlässliche Übergabe.

Bitten Sie bei einer Überweisung um die bisherigen Augenbefunde und den aktuellen Medikamentenplan. Fragen Sie für eine Kostenschätzung getrennt nach augenärztlicher Untersuchung, zusätzlicher Diagnostik, stationärer Betreuung, einem möglichen Eingriff und Nachkontrollen. Über die individuelle Prognose entscheidet das behandelnde Team anhand der vorhandenen Schäden und des Verlaufs. [2]

Häufige Fragen

Ist jedes tränende Pferdeauge eine Uveitis?

Nein. Auch andere Augenerkrankungen können ähnlich aussehen. Die Untersuchung klärt, ob Hornhaut, Augeninneres oder andere Strukturen betroffen sind. [2]

Kann eine Uveitis auch ohne starkes Zukneifen verlaufen?

Ja. Schleichende Entzündungen können trotz geringer äußerer Schmerzzeichen zu Schäden führen. [3]

Soll ich eine alte Augensalbe auf eigene Faust anwenden?

Nein. Stimmen Sie jede Anwendung mit der Praxis ab. Die falsche Behandlung kann bei einer anderen Augenerkrankung ernste Komplikationen verursachen. [1]

Diese Inhalte bieten allgemeine Informationen. Sie ersetzen weder tierärztlichen Rat noch eine Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Wir sind eine Versicherungsagentur, keine Tierarztpraxis. Bei Beschwerden fragen Sie bitte Ihre Tierarztpraxis, bei Warnzeichen sofort den Notdienst.

Quellen

  1. 10 Things You Might Not Know About Equine Ophthalmology
    UC Davis, School of Veterinary Medicine
  2. Equine Recurrent Uveitis
    UC Davis, Center for Equine Health
  3. Meeting in the Middle: Two Forms of Equine Uveitis
    UC Davis, School of Veterinary Medicine
  4. Vitrektomie (Glaskörperaustausch) beim Pferd
    Universitäres Tierspital Zürich

Stand: Oktober 2026. Mit diesen Stellen arbeiten wir nicht zusammen, wir nutzen nur ihre veröffentlichten Informationen.

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