Kurz gesagt
Die StIKo Vet empfiehlt für Pferde einen Grundschutz gegen Tetanus, Influenza und equine Herpesviren. Weitere Impfungen hängen vom Risiko ab. Für den Impfplan gleicht Ihre Praxis Impfpass, Gesundheitszustand, Haltung, Bestand und Reisen ab.
Welche Impfungen gehören zur Grundlage?
Die StIKo Vet-Leitlinie von 2025 führt Tetanus, equine Influenza und equine Herpesviren als Core-Impfungen. Damit sind Impfungen gemeint, gegen deren Zielerreger jedes Pferd geschützt sein sollte. Andere Impfungen werden passend zum jeweiligen Risiko geprüft. Eine tierärztliche Empfehlung ist von Teilnahmevorgaben eines Veranstalters zu unterscheiden. [1]
Legen Sie den Equidenpass bei der Planung bereit. Notieren Sie außerdem Stallwechsel, Reisen, Zuchtpläne und Kontakt zu fremden Pferden. Fragen Sie, welche Unterlagen bei fehlenden oder unklaren Impfeinträgen zusätzlich benötigt werden.
Was kann die Herpesimpfung leisten?
Die StIKo Vet hält auch nach ihrer Bewertung der Studienlage an der EHV-Impfempfehlung fest. Sie kann Erkrankungsschwere und Virusausscheidung verringern. Einen vollständigen Schutz jedes einzelnen Pferdes vor Infektion und Erkrankung bietet sie nicht. Deshalb bleibt die möglichst konsequente Umsetzung im Bestand relevant. [2]
Zur Vorsorge gehören ebenso Hygiene, abgestimmte Abläufe bei Neuzugängen und eine rasche Reaktion auf erkrankte Pferde. Die Impfung allein macht ein Ausbruchsgeschehen nicht ungefährlich. Besprechen Sie mit Stallleitung und Praxis, wie auffällige Tiere gemeldet und Kontakte im Verdachtsfall begrenzt werden. [2]
Wann wird West-Nil-Schutz besprochen?
Das West-Nil-Virus wird durch Stechmücken übertragen. Pferde können nach einer Infektion erkranken, darunter auch schwer neurologisch. Ein Schutzkonzept bezieht deshalb den Aufenthaltsort und Reisen mit ein. Aktuelle Hinweise des Friedrich-Loeffler-Instituts unterstützen die tierärztliche Risikobewertung. [3] [4]
Auch gegen West-Nil-Virus verhindert eine Impfung nicht sicher jede Infektion. Das FLI beschreibt einen wesentlichen Schutz vor der klinischen Erkrankung. Fragen Sie rechtzeitig vor einer Reise oder der kommenden Mückensaison, ob eine Grundimmunisierung begonnen oder der vorhandene Schutz ergänzt werden sollte. [3]
Wie bereiten Sie den Impftermin vor?
Vor jeder Impfung beurteilt die Praxis die Impffähigkeit Ihres Pferdes. Das individuelle Schema hängt unter anderem von Alter, dokumentierten Vorimpfungen und dem verwendeten Impfstoff ab. Die Leitlinie dient als fachliche Entscheidungshilfe; sie ersetzt die konkrete Planung nicht. [1]
Melden Sie aktuelle Beschwerden und halten Sie Angaben zu laufenden Behandlungen bereit. Fragen Sie, welche Belastung nach dem Termin vorgesehen ist und wen Sie bei einer auffälligen Reaktion erreichen. Vereinbaren Sie die Folgetermine gleich mit und tragen Sie sie in einen gemeinsam genutzten Stallkalender ein.
Wie planen Sie Impfungen und deren Kosten?
Lassen Sie die durchgeführten Impfungen im Equidenpass dokumentieren und prüfen Sie vor einem geplanten Aufenthalt die dort geltenden Vorgaben. Bewahren Sie ergänzend eine gut lesbare Kopie der relevanten Seiten auf. So bleiben die Informationen bei einer telefonischen Abstimmung oder einem Praxiswechsel verfügbar.
Für eine transparente Kostenauskunft fragen Sie nach der Untersuchung vor der Impfung, dem Impfstoff, der Anwendung, der Dokumentation und gegebenenfalls der Anfahrt. Bei mehreren Pferden im Stall lassen sich Termine organisatorisch abstimmen. Medizinisch entscheidend bleibt der passende Plan für jedes einzelne Tier.
Häufige Fragen
Braucht auch ein Freizeitpferd Impfungen?
Ja. Der von der deutschen Impfkommission StIKo Vet empfohlene Grundschutz gilt auch für Freizeitpferde. Welche Impfungen und Termine passen, besprechen Sie mit Ihrer Praxis. [1]
Ist mein Pferd nach einer Herpesimpfung sicher vor jedem Ausbruch geschützt?
Nein. EHV-Impfungen sind ein Baustein der Vorsorge; Infektionen und Erkrankungen können dennoch vorkommen. Hygiene und Bestandsmanagement bleiben erforderlich. [2]
Ist die West-Nil-Impfung nur bei Reisen ein Thema?
Nein. Auch der Heimatstandort zählt. Die regionale Erregersituation kann sich verändern; besprechen Sie das aktuelle Risiko mit Ihrer Praxis. [4]
Diese Inhalte bieten allgemeine Informationen. Sie ersetzen weder tierärztlichen Rat noch eine Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Wir sind eine Versicherungsagentur, keine Tierarztpraxis. Bei Beschwerden fragen Sie bitte Ihre Tierarztpraxis, bei Warnzeichen sofort den Notdienst.
Quellen
- Leitlinie zur Impfung von Pferden, 5. aktualisierte Auflage
Ständige Impfkommission Veterinärmedizin am Friedrich-Loeffler-Institut - Stellungnahme zur Wirksamkeit und immunologischen Sicherheit von EHV-Impfstoffen bei Pferden
Arbeitskreis Pferde der StIKo Vet - Nationales Referenzlabor für West-Nil-Virus
Friedrich-Loeffler-Institut - West-Nil-Virus: aktuelle Informationen zum Tierseuchengeschehen
Friedrich-Loeffler-Institut
Stand: Oktober 2026. Mit diesen Stellen arbeiten wir nicht zusammen, wir nutzen nur ihre veröffentlichten Informationen.
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