Pferd mit einem Menschen – Symbolbild

Tier & Ich · Tiergesundheit

Würmer beim Pferd: Kotproben und Entwurmung

Untersuchungen, gezielte Entwurmung und Stallhygiene gehören bei der Parasitenkontrolle Ihres Pferdes zusammen.

Tiergesundheit · Pferd

Kurz gesagt

Zur Parasitenkontrolle gehören Untersuchungen, gezielte Behandlung und Hygiene. Alter, Haltung und die Situation des gesamten Bestands zählen dabei mit. Auch bei einer unauffälligen Kotprobe kann Ihr Pferd Parasiten oder dadurch verursachte Erkrankungen haben.

  • Der Entwurmungsplan muss zum Pferd und zum Bestand passen. [1]
  • Die Zahl der Wurmeier im Kot zeigt nicht, wie viele und welche Würmer insgesamt im Pferd leben. [2]
  • Entwurmungsmittel können wegen Resistenzen unzureichend wirken. [3]

Warum gibt es keinen Plan für alle Pferde?

Verschiedene Parasiten sind je nach Alter und Haltungsbedingungen unterschiedlich bedeutsam. Fohlen, Jungpferde und erwachsene Pferde werden deshalb nicht einfach gleich behandelt. Auch Weidezugang, Neuzugänge und der bisherige Parasitenbefund im Stall beeinflussen die Planung. Ziel ist die Vermeidung von Erkrankungen bei möglichst wirksamer, nachhaltiger Kontrolle. [1]

Sammeln Sie die bisherigen Untersuchungsergebnisse und notieren Sie Präparate sowie Behandlungstermine. Stimmen Sie Ihre Planung mit Stallleitung und betreuender Praxis ab. Ein einzelnes Pferd lässt sich in einer gemeinsamen Weidehaltung nur im Zusammenhang mit dem Bestand sinnvoll betrachten. [1]

Was kann eine Kotuntersuchung aussagen?

Mit einer quantitativen Kotuntersuchung lässt sich die Ausscheidung bestimmter Wurmeier erfassen. Sie hilft, stark ausscheidende Pferde zu erkennen und Behandlungen zu planen. Die gemessene Eizahl ist jedoch kein verlässliches Maß für sämtliche Würmer oder krankheitsauslösenden Entwicklungsstadien im Pferd. Beschwerden müssen unabhängig davon untersucht werden. [2]

Lassen Sie sich erklären, welches Verfahren durchgeführt wird und welche Parasiten damit erfasst werden. Fragen Sie die Praxis nach Gewinnung, Beschriftung, Lagerung und Abgabe der Probe. Ein klarer Probenplan verhindert Verwechslungen und macht wiederholte Ergebnisse besser nachvollziehbar.

Was bedeuten selektiv und strategisch?

Bei einer selektiven Strategie werden geeignete erwachsene Pferde anhand wiederholter Kotuntersuchungen gezielt behandelt. Eine strategische Planung berücksichtigt zusätzlich Altersgruppe, Infektionsgeschehen und typische Risiken. Die ESCCAP-Empfehlungen enthalten für beide Ansätze weitere Maßnahmen. Auch bei einer negativen Kotprobe kann deshalb eine Behandlung nötig sein. [4]

Welche Strategie passt, entscheidet die Praxis mit Blick auf den Bestand. Besondere Parasitenrisiken und die Grenzen einzelner Nachweisverfahren müssen mitberücksichtigt werden. Ein starrer Kalender oder ein ungeprüfter Wechsel zwischen Wirkstoffklassen ist keine verlässliche Ersatzlösung für diese Planung. [2] [4]

Warum wird nach einer Behandlung erneut untersucht?

Resistenz bedeutet, dass Parasiten einen Wirkstoff überstehen können, der früher wirksam war. Deshalb gehört eine überprüfbare Wirkungskontrolle in das Bestandsmanagement. Die Praxis kann dazu die Eiausscheidung vor und nach der Behandlung vergleichen. Zeitpunkt und Auswertung müssen zum angewandten Verfahren passen. [2] [3]

Fragen Sie nach dem Ziel der Nachkontrolle und danach, wann Sie das Ergebnis erhalten. Dokumentieren Sie, ob die verordnete Behandlung vollständig gegeben werden konnte. Berichten Sie, wenn die Gabe oder Gewichtsschätzung unsicher war. Das hilft der Praxis, das Ergebnis richtig zu bewerten.

Was leisten Stall- und Weidehygiene?

Regelmäßiges Entfernen von Kot reduziert die Belastung der Umgebung mit Entwicklungsstadien vieler Parasiten. Auch saubere, trockene Stallbereiche und ein abgestimmter Umgang mit Neuzugängen sind wichtige Bausteine. Hygienemaßnahmen ergänzen die Untersuchung und Behandlung; sie ersetzen den individuellen Entwurmungsplan nicht. [3]

Legen Sie im Stall fest, wer Kotproben sammelt, Termine koordiniert und Ergebnisse ablegt. Bei einem Neuzugang stimmen Sie die vorübergehende Trennung und erforderliche Untersuchung mit der Praxis ab. Für die Kostenplanung fragen Sie nach Probenverfahren, Beratung, Behandlung und Wirkungskontrolle als getrennten Leistungen. [3]

Häufige Fragen

Ist mein Pferd bei negativer Kotprobe wurmfrei?

Nein. Das lässt sich daraus nicht ableiten. Eine Kotuntersuchung erfasst je nach Verfahren bestimmte Parasiten beziehungsweise deren Ausscheidung, nicht alle Entwicklungsstadien. [2]

Ist selektive Entwurmung für jedes Alter geeignet?

Nein. Die Vorgehensweise wird altersabhängig gewählt. Insbesondere Fohlen und Jungpferde brauchen eine andere Planung als geeignete erwachsene Pferde. [4]

Kann ich alle zwei Monate einfach ein anderes Mittel nehmen?

Nein. Ein blinder Wechsel in festen Intervallen berücksichtigt weder den individuellen Befund noch mögliche Resistenzen ausreichend. Stimmen Sie Wirkstoff und Zeitpunkt mit der Praxis ab. [2]

Diese Inhalte bieten allgemeine Informationen. Sie ersetzen weder tierärztlichen Rat noch eine Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Wir sind eine Versicherungsagentur, keine Tierarztpraxis. Bei Beschwerden fragen Sie bitte Ihre Tierarztpraxis, bei Warnzeichen sofort den Notdienst.

Quellen

  1. Empfehlungen zur Behandlung und Kontrolle gastrointestinaler Parasiten bei Pferden und anderen Equiden
    ESCCAP Deutschland
  2. Internal Parasite Control Guidelines
    American Association of Equine Practitioners
  3. Gegen einen Wurmbefall beim Pferd mit der richtigen Stall- und Weidehygiene
    ESCCAP Deutschland
  4. Selektive und strategische Entwurmung beim Pferd
    ESCCAP Deutschland

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