Pferd mit einem Menschen – Symbolbild

Tier & Ich · Tiergesundheit

Wunden und Verletzungen beim Pferd

Bei Wunden entscheiden Lage, Tiefe und betroffene Strukturen darüber, wie dringend Ihr Pferd behandelt werden muss.

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Kurz gesagt

Eine kleine Stichwunde kann tiefere Strukturen verletzen. Besonders an Gelenken und Sehnenscheiden braucht Ihr Pferd deshalb rasch eine tierärztliche Untersuchung. Der sichtbare Hautschaden zeigt das Ausmaß nicht zuverlässig.

  • Eine Verletzung von Gelenk oder Sehnenscheide kann eine operative Versorgung nötig machen. [1]
  • Nicht jede Wunde lässt sich sofort vernähen. Verschmutzung, Gewebeverlust und Lage beeinflussen die Versorgung. [2]
  • Der Tetanusimpfschutz gehört zur Wundversorgung und wird von der Praxis überprüft. [4]

Warum auch kleine Wunden ernst sein können

Pferde können sich an Zäunen, scharfen Kanten oder durch Tritte verletzen. Für die Versorgung zählt, welche Gewebe geschädigt wurden. Reicht eine Verletzung bis in ein Gelenk oder eine Sehnenscheide, können eingedrungene Bakterien eine schwere Infektion auslösen. Solche Wunden benötigen eine schnelle Versorgung. [1]

Was Sie beim Auffinden einer Verletzung tun können

Rufen Sie die Praxis an und beschreiben Sie Lage, Blutung und Belastung des Beins. Bei starkem Bluten kann eine saubere, saugfähige Auflage mit gleichmäßigem Druck helfen, sofern Sie das gefahrlos tun können. Ein verletztes Pferd kann abwehrend reagieren; Ihre eigene Sicherheit geht vor. [3]

Tragen Sie vor der Abstimmung keine beliebigen Sprays, Puder oder Salben auf. Manche Mittel reizen das Gewebe oder erschweren die spätere Wundbeurteilung. Fragen Sie, ob und wie Sie die Stelle bis zur Untersuchung abdecken sollen. [3]

Wie die Tiefe der Verletzung untersucht wird

Nach der allgemeinen Untersuchung prüft die Tierärztin oder der Tierarzt den Wundbereich, bei Bedarf unter Sedierung und örtlicher Betäubung. Röntgen oder Ultraschall können Fremdkörper, Knochenverletzungen oder Schäden an Weichteilen sichtbar machen. Bei Verdacht auf eine Gelenkbeteiligung kommen zusätzliche Untersuchungen der Gelenkflüssigkeit infrage. [2]

Wovon die Behandlung abhängt

Die Wunde wird fachgerecht gereinigt; geschädigtes Gewebe wird bei Bedarf entfernt. Danach wird entschieden, ob ein Verschluss durch Nähte sinnvoll ist oder die Wunde offen weiterbehandelt wird. Bei einer Infektion tieferer Strukturen können operative Spülungen und eine stationäre Versorgung nötig werden. [1]

Ob Antibiotika nötig sind, entscheidet die Praxis unter anderem nach Allgemeinzustand und möglicher Gelenkbeteiligung. Auch der Tetanusimpfschutz wird geprüft. [4]

Was während der Heilung wichtig bleibt

Wunden am unteren Bein können überschießendes Wundgewebe entwickeln. Dieses sogenannte wilde Fleisch kann den Hautverschluss behindern und muss fachlich beurteilt werden. Schneiden oder behandeln Sie es nicht selbst. Fragen Sie die Praxis, welche Veränderungen Sie bei der Wundkontrolle melden sollen. [3]

Halten Sie die vereinbarten Verbandwechsel und Kontrollen ein. Ob Boxenruhe, begrenzte Bewegung oder eine andere Form der Entlastung nötig ist, hängt von der Verletzung ab. Eine äußerlich kleiner gewordene Wunde erlaubt noch keine Aussage darüber, wie belastbar eine verletzte Sehne oder ein betroffenes Gelenk ist. [1]

Welche Maßnahmen den Aufwand bestimmen

Zur Versorgung können Bildgebung, Wundreinigung, Nähte, wiederholte Spülungen, Verbände und Klinikbetreuung gehören. Eine Gelenkinfektion erfordert einen anderen Behandlungsumfang als eine oberflächliche Hautverletzung. Bitten Sie die Praxis um eine Einschätzung einschließlich der voraussichtlichen Nachbehandlung. [2]

Wundversorgung und Pferde-OP-Versicherung

Häufige Fragen

Kann ein Fremdkörper in einer Wunde zurückbleiben?

Ja. Verbliebene Fremdkörper können eine Infektion unterhalten. Sagen Sie der Praxis, wodurch die Verletzung entstanden sein könnte; je nach Material und Lage können weitere Untersuchungen nötig sein. [2]

Warum wird nicht jede Wunde vernäht?

Ein sofortiger Verschluss ist nicht für jede Wunde geeignet. Beispielsweise können starke Verschmutzung oder geschädigtes Gewebe zunächst eine andere Versorgung erfordern. Die Entscheidung fällt nach der Untersuchung. [1]

Ist wildes Fleisch ein Zeichen für abgeschlossene Heilung?

Nein. Gemeint ist übermäßig wachsendes Granulationsgewebe, also neu gebildetes Wundgewebe. Es kann den Hautverschluss behindern und braucht eine angepasste tierärztliche Behandlung. [3]

Diese Inhalte bieten allgemeine Informationen. Sie ersetzen weder tierärztlichen Rat noch eine Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Wir sind eine Versicherungsagentur, keine Tierarztpraxis. Bei Beschwerden fragen Sie bitte Ihre Tierarztpraxis, bei Warnzeichen sofort den Notdienst.

Quellen

  1. General Wound Management in Horses
    American College of Veterinary Surgeons
  2. Equine Lacerations
    Virginia–Maryland College of Veterinary Medicine
  3. Treating Wounds in Horses
    University of Illinois College of Veterinary Medicine
  4. Dermatological, wounds and feet disorders
    University of Melbourne, Australian Veterinary Prescribing Guidelines

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