Kurz gesagt
Entzündungen können das Zahnfleisch und die Gewebe schädigen, die die Zähne festhalten. Das kann schmerzen und zu Zahnverlust führen. Sichtbarer Zahnstein zeigt nicht das ganze Ausmaß der Erkrankung.
- Auch ein Hund, der weiter frisst, kann Zahnschmerzen haben. Mundgeruch, Zahnfleischbluten oder verändertes Kauen sollten untersucht werden. [1]
Was ist Parodontitis?
Entzündetes Zahnfleisch kann gerötet sein oder bluten. Bei Parodontitis werden auch die Gewebe geschädigt, die die Zähne halten. Schmerzen, Mundgeruch und verändertes Kauen können folgen. Sichtbarer Zahnstein zeigt nicht zuverlässig, wie viel Gewebe unter dem Zahnfleisch bereits betroffen ist. [1]
Wann ist eine Untersuchung sinnvoll?
Vereinbaren Sie bei Zahnschmerzen, Schwellungen oder deutlich vermindertem Fressen zeitnah einen Untersuchungstermin. [1]
Wie stellt die Tierarztpraxis die Diagnose?
Zunächst betrachtet die Praxis das Maul. Für die vollständige Untersuchung sind eine Narkose, die Prüfung der Zahnfleischtaschen und Röntgenbilder der Zähne nötig. So werden auch Schäden sichtbar, die von außen verborgen bleiben. [1]
Welche Behandlung kommt infrage?
Die erkrankten Bereiche werden gereinigt und behandelt. Stark geschädigte Zähne müssen gegebenenfalls entfernt werden. Bereits verlorenes Gewebe, das einen Zahn hält, wächst durch eine oberflächliche Zahnsteinentfernung nicht wieder nach. [1]
Zahnsanierung beim alten oder kleinen Hund: Was ist wichtig?
Auch bei einem 15-jährigen Hund ist das Alter allein kein Ausschlussgrund für eine notwendige Narkose. Vorher untersucht die Praxis Ihren Hund körperlich und berücksichtigt bestehende Erkrankungen sowie seine Medikamente. Laborwerte helfen, unter anderem Nierenfunktion und mögliche zusätzliche Risiken zu beurteilen. Je nach Befund können weitere Untersuchungen, etwa des Herzens, Röntgen oder Ultraschall, nötig sein. Danach legt das Team Narkose und Überwachung für Ihren Hund fest. Ein risikofreier Eingriff lässt sich daraus nicht ableiten. [4]
Die Frage nach den Kosten bei einem kleinen Hund lässt sich ebenfalls nicht allein über seine Größe beantworten. Lassen Sie sich den tatsächlichen Behandlungsbedarf und den daraus folgenden Aufwand erklären.
Was können Sie im Alltag beachten?
- Lassen Sie sich zeigen, wie Sie die Zähne Ihres Hundes putzen können. Vereinbaren Sie passende Kontrollen. Kauprodukte und spezielles Futter ersetzen die Untersuchung nicht. [1]
Wovon hängen die Kosten ab?
„Zahnsanierung“ bezeichnet keine feste Leistung mit einem einzigen Gesamtpreis. Der Umfang hängt davon ab, welche Zähne und Gewebe erkrankt sind. Fragen Sie nach einem Kostenplan für Voruntersuchung, Narkose, Zahnröntgen, Behandlung und Nachkontrolle. Werden Zähne entfernt, verändert sich der Aufwand.
- Welche Leistungen sind enthalten und welcher GOT-Satz wird angesetzt?
- Wie wird zusätzlicher Behandlungsbedarf während der Narkose mit mir abgestimmt?
- Welche Medikamente und Nachkontrollen sind zusätzlich einzuplanen?
Was sollten Sie beim Termin fragen?
Das sollten Sie zum Termin mitnehmen: Ihre Beobachtungen seit Beginn der Beschwerden, vorhandene Befunde und eine Liste der Medikamente.
- Welche Ursache haben die Beschwerden meines Hundes?
- Woran erkenne ich, ob die Behandlung hilft?
- Wann ist die nächste Kontrolle nötig? Bei welchen Veränderungen muss ich die Praxis oder den Notdienst anrufen?
Häufige Fragen
Kann mein Hund trotz Zahnschmerzen noch fressen?
Ja. Weiteres Fressen beweist keine Schmerzfreiheit. Mundgeruch, Zahnfleischbluten oder verändertes Kauen sollten Anlass für eine Untersuchung sein. [1]
Wie viel kostet eine Zahnsanierung bei meinem Hund?
Der Gesamtpreis hängt vom Befund und Behandlungsumfang ab. Lassen Sie Voruntersuchung, Narkose, Zahnröntgen, mögliche Zahnentfernungen und Nachkontrollen gemeinsam kalkulieren. Ein GOT-Einzelpreis ist keine vollständige Zahnsanierung. [2]
Ist mein 15-jähriger Hund zu alt für eine Zahnsanierung?
Das Alter allein entscheidet nicht. Vor einer Narkose beurteilt die Praxis den Gesundheitszustand und mögliche Begleiterkrankungen und bespricht Nutzen und Risiken des Eingriffs mit Ihnen. [4]
Muss ein abgebrochener Zahn beim Hund behandelt werden?
Lassen Sie den Zahn zeitnah untersuchen. Ein Bruch kann schmerzen und zu einer Infektion führen, besonders wenn das Zahninnere freiliegt. Die Praxis beurteilt den Schaden auch mit Zahnröntgen und entscheidet, ob etwa eine Wurzelbehandlung oder Entfernung nötig ist. [5]
Diese Inhalte bieten allgemeine Informationen. Sie ersetzen weder tierärztlichen Rat noch eine Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Wir sind eine Versicherungsagentur, keine Tierarztpraxis. Bei Beschwerden fragen Sie bitte Ihre Tierarztpraxis, bei Warnzeichen sofort den Notdienst.
Quellen
- Parodontale Erkrankungen – medizinische Fachinformation
Cornell University College of Veterinary Medicine - Tierärztegebührenordnung (GOT), insbesondere §§ 1, 2, 4 und 7
Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz - Umsatzsteuergesetz, § 12 Absatz 1
Bundesministerium der Justiz / Bundesamt für Justiz - 2023 AAHA Senior Care Guidelines – Anesthetic and Surgical Considerations
American Animal Hospital Association - Muss ein abgebrochener Zahn beim Hund behandelt werden?
Cornell University College of Veterinary Medicine
Stand: Oktober 2026. Mit diesen Stellen arbeiten wir nicht zusammen, wir nutzen nur ihre veröffentlichten Informationen.
Weiterlesen für Ihren Hund
Versicherung und Behandlung
Zahlt die Versicherung bei Parodontitis?
Bei Parodontitis können Zahnreinigung, Zahnbehandlung und Zahnoperationen unterschiedlich versichert sein. Ob Ihre Versicherung diese Kosten zahlt, hängt von den Leistungen und Ausschlüssen Ihres Vertrags ab. Bekannte Beschwerden müssen vor einem neuen Abschluss geklärt werden. Schicken Sie uns Befund und Behandlungsplan, damit wir Ihren Vertrag mit Ihnen prüfen können.
Ihre Ansprechpartner: Petra und Christian Müller
Petra und Christian Müller beraten Sie persönlich aus Nürnberg.
